Wir sind keine Maschine: Warum Gesundheit mehr ist als die Summe ihrer Teile

Ivonne Adams – Heilpraktikerin, 🔄 am 23.10.2026

⏱️ Lesedauer: ca. 4-5 Minuten

Drei Fachärzte, drei Befunde, drei Empfehlungen, und trotzdem hat niemand das ganze Bild gesehen. Vielleicht kennst du das und bist davon auch schon öfters frustriert gewesen. Oder auch enttäusch – denn schließlich zahlst du jeden Monat von einem Gehalt Beiträge für genau diese möglichen Leistungen.

Ich kenne es auch aus eigener Erfahrung. Ich weiß, wie es ist, eine Diagnose vor die Füße geworfen zu bekommen und mit nichts dazu stehen. Als junge Erwachsene hab ich die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis erhalten, und alles war unklar. Jeder schaute auf sein Gebiet, aber keiner erklärte mir, wie das alles zusammenhängt. Genau diese Erfahrung prägt meine Sicht auf Gesundheit bis heute.

In diesem Blogbeitrag möchte ich dir erklären, wie ich den Körper sehe, warum ich glaube, dass wir mehr Prävention und mehr Eigenverantwortung brauchen, und was du konkret für dich tun kannst.

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Der Körper ist keine Maschine

Eine Maschine besteht aus Einzelteilen, die man austauschen oder getrennt reparieren kann. Unser Körper funktioniert anders. Hormone, Darm, Immunsystem, Nervensystem und Psyche stehen in ständigem Austausch und beeinflussen sich gegenseitig – wie ein komplexes Schweizer Uhrwerk. Letztlich ist zwar jedes Organ in gewisser Weise ein Einzelteil – die Arbeit der einzelnen Organe läuft aber nicht isoliert sondern in Abhängigkeit von anderen System des Körpers ab.

Ein paar Beispiele, die das zeigen:

  • Der Darm steht über die Darm-Hirn-Achse in direktem Kontakt mit dem Nervensystem. Stress schlägt auf den Magen, und ein unruhiger Darm kann auf die Stimmung wirken.

 

  • Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm. Die Zusammensetzung des Mikrobioms und das Immunsystem sind eng verknüpft.

 

  • Die Schilddrüse beeinflusst Verdauung, Energie, Stimmung und Zyklus, und bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto Thyreoidits spielen Darm und Stress mit hinein.

Wer den Körper in Einzelteile zerlegt, übersieht deshalb schnell das Entscheidende: die Verbindungen. Und mittlerweile frage ich mich, warum unser Krankensystem hier noch nicht umdenkt. Stattdessen stehen gerade weitere Leistungskürzungen und die Reduzierung von Krankenhäusern im Raum. Es soll besser werden, haben sie gesagt, die Frage ist nur, für wen konkret.

Wo die Aufteilung in Fachbereiche an Grenzen stößt

Spezialisierung in der Medizin hat ihre Berechtigung – in bestimmten Bereichen. Bei Diagnostik, Notfällen, Operationen und vielen akuten Erkrankungen halte ich sie für unverzichtbar, und ich möchte sie deshalb auch nicht kleinreden.

Zum Problem wird sie leider jedoch, wenn Beschwerden nicht in eine Schublade passen: Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Verdauungsprobleme und Hautthemen und das wie bei vielen Frauen alles gleichzeitig. Dann hört man häufig: „Ihre Werte sind unauffällig, Frau Meier. Stellen Sie sich mal nicht so an„. Dabei zeigt zum Beispiel der TSH-Wert allein nicht das ganze Bild einer Schilddrüsenproblematik, den der Diagnostikwert TSH ist kein Wert der Schilddrüse. Dazu mehr im Blogbeitrag: Hashimoto trotz normaler Blutwerte

Ein typisches Beispiel: Eine Frau hat Hautunreinheiten, einen Blähbauch, einen unregelmäßigen Zyklus, Stimmungsschwankungen und ist ständig müde und erschöpft. Für die Haut ist die Dermatologie zuständig, für die Verdauung die Gastroenterologie, für den Zyklus die Gynäkologie, für die Stimmung die Psychotherapie, für Müdigkeit und Schilddrüse die Hausarztpraxis oder die Endokrinologie. Jede Stelle sieht ihren Ausschnitt, und oft ist der Befund dort unauffällig. Dass alles miteinander zusammenhängen könnte, fällt in keiner Schublade auf.

Das ist keine Kritik an einzelnen Ärztinnen und Ärzten, ihr macht wirklich einen tollen Job. Es ist eine Frage der Struktur: Sie fördert Tiefe im Detail, aber nicht automatisch den Blick aufs große Ganze. wenn es um die Summe an Beschwerden bei der Frau geht.

Jede Fachrichtung schaut auf ihr Gebiet. Das Ganze im Blick zu behalten, bleibt dann oft in der Luft hängen. Deshalb halte ich den Blick über die Schubladen hinaus für so wichtig.

Prävention: wo die Lücke liegt

Unser Gesundheitssystem ist stark darauf ausgerichtet, Krankheiten zu erkennen und zu behandeln. Aber das, was im Alltag über unsere Gesundheit entscheidet, also Ernährung, Stress, Schlaf, Bewegung und Umweltbelastungen, bekommt im Praxisalltag oft wenig bis gar keinen Raum. Für ausführliche Gespräche fehlt häufig schlicht die Zeit und bewusst auch finanzielle Mittel.

Hier entsteht eine Lücke. Gesundheit beginnt lange vor der Diagnose, nämlich im Alltag. Deshalb braucht es mehr Aufklärung im schulmedizinischen Kontext und auch mehr Eigenverantwortung in Bezug auf die eigene Gesundheit. Bereits in der Schule sollten auch  unsere Kindern (noch mehr) dafür sensibilisiert werden, wie viel sie für unsere Gesundheit tun können und damit genauso auf Krankheiten Einfluss haben.

Immer mehr Belastungen, immer weniger Puffer

Wir leben in einer Umgebung, die sich in kurzer Zeit stark verändert hat. Wir sind Chemikalien aus Verpackungen, Kosmetik und Haushalt ausgesetzt, essen viele stark verarbeitete Lebensmittel, schlafen weniger und stehen unter Dauerdruck. Einige dieser Stoffe, die sogenannten endokrinen Disruptoren wie Weichmacher oder Bisphenole, können in das Hormonsystem eingreifen. Die Studienlage ist je nach Stoff unterschiedlich gut, und im Einzelfall lässt sich selten klar sagen, was welche Folgen hat.

Ein Beispiel sind PFAS, die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Sie stecken unter anderem in beschichteten Pfannen, Outdoor-Kleidung und Verpackungen, bauen sich in der Umwelt kaum ab und reichern sich an, auch im menschlichen Körper. Für einige dieser Stoffe gibt es Hinweise auf Auswirkungen auf das Immunsystem, die Cholesterinwerte und den Hormonhaushalt. Die Forschung läuft noch, und Grenzwerte werden in Europa aktuell diskutiert und verschärft. Was bleibt, ist der Gedanke: Was sich nicht abbaut, sollte gar nicht erst in großen Mengen in Umlauf kommen.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Je größer die Belastung insgesamt wird, desto weniger selbstverständlich ist es, dass der Körper alles ausgleichen kann. Das ist keine Panikmache (doch, schon, wenn ich ehrlich bin und deshalb nochmal: unser Körper ist keine Maschine und arbeitet deshalb auch nicht so). 

Eigenverantwortung verstehen und aktiv angehen 

Dieser Punkt ist mir wichtig, weil er leicht missverstanden wird. Eigenverantwortung bedeutet nicht, dass du schuld bist, wenn du krank bist, wenn du dich erschöpft bist oder oder. Viele Erkrankungen haben Ursachen, die du nicht beeinflussen kannst: Genetik, Umwelt, Lebensumstände, Zufall. Auf der anderen Seite haben unglaublich viele Menschen keine Ahnung, wie ihr Körper überhaupt funktioniert.

Eigenverantwortung bedeutet, dass du verstehen darfst, was deinen Körper belastet und was ihn stärkt. Dass du Fragen stellen darfst. Und dass du Entscheidungen aktiv mittreffen kannst, statt dich als Patientin durch ein System schieben zu lassen. Dafür brauchst du Wissen, und genau das möchte ich dir mit meinen Blogbeiträgen versuchen zu geben.

Es gibt keine bessere Alternative zur Natur

Für vieles, was unseren Körper im Alltag trägt, gibt es aus meiner Sicht keine bessere Alternative zur Natur: frische, möglichst naturbelassene Lebensmittel, Bewegung an der frischen Luft, Tageslicht, ein natürlicher Schlaf-Wach-Rhythmus, Zeit im Grünen.

An diese Bedingungen hat sich der Körper über sehr lange Zeit angepasst. Vieles, was ihn heute belastet, ist für ihn neu: stark verarbeitete Nahrung, Chemikalien, Dauerlicht, Dauerstress.

Dabei möchte ich das noch sagen: Natur ist kein Allheilmittel. „Natürlich“ heißt nicht automatisch harmlos, es gibt giftige Pflanzen und Pilze, und nicht jede Erkrankung lässt sich mit natürlichen Mitteln lösen. Aber als Basis, auf der alles andere aufbaut, gibt es für mich nichts Besseres als das, was der Körper (seit der Steinzeit) kennt.

Fazit: Sorge gut für dich

Wenn du aus diesem Artikel nur eines mitnimmst, dann das: Du bist keine Maschine, die man in Einzelteilen reparieren kann, und du musst auch nicht perfekt funktionieren.

Selbstfürsorge ist deshalb kein Luxus, sondern die Grundlage. Sie beginnt im Kleinen: ausreichend schlafen, Pausen ernst nehmen, dich bewegen, frisch und nährend essen. Nein sagen, wenn dir etwas zu viel wird oder dein Bauchgefühl sich meldet. Und ganz wichtig – auf die Signale deines Körpers hören, bevor sie lauter und nachhaltiger schlimmer werden. Denn Erkrankungen entstehen nicht wie mit einem Fingerschnipsen, sondern meist liegt der Startpunkt viel weiter zurück.

Zur Selbstfürsorge gehört auch, dich weiterzubilden. Für mich war Wissen der Schlüssel: Als alles unklar war, habe ich angefangen, mich selbst zu informieren und weiterzubilden, bis ich die Zusammenhänge verstanden habe und daraus schließlich meinen Beruf wurde. Nimm dir Zeit, deinen Körper zu verstehen: Lies, hör zu, stell Fragen, und bleib kritisch bei jeder Quelle. Jedes Stück Wissen, das du dir aneignest, macht dich handlungsfähiger, in der Arztpraxis genauso wie in deinem Alltag.

Aber auch das gilt: Wissen allein verändert noch nichts. Entscheidend ist, was du daraus machst. Du musst nicht alles auf einmal ändern. Such dir einen kleinen Schritt aus, der sich machbar anfühlt, und fang dort an. Denn Gesundheit ist kein Ziel, das du irgendwann erreichst, sondern etwas, das du Tag für Tag gestaltest. Und wenn du Unterstützung brauchst: Hol sie dir.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische oder heilpraktische Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich bitte an einen Therapeuten.

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Ivonne Adams Ringana Partnerin
Hi, ich bin Ivonne.

👉 Ich bin seit 2013 Heilpraktikerin, verheiratet und Mama von 2 Kids.

👉 Ganzheitliche Gesundheit ist mein Herzensthema - denn wir können mehr für unsere Gesundheit tun, als uns oft bewusst ist. Mein Motto: "Werde zur besten Ärztin für dich selbst 👑" 

👉 Genau diesen Weg bin ich gegangen und habe immer mehr über Zusammenhänge im Körper und Beschwerden verstanden. Wegen meiner eigenen Beschwerden (erschöpft und eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung wurde ich letztlich Heilpraktikerin, später auch klassisch Homöopathin. Irgendwann kam die Darmgesundheit und auch Ernährung dazu. 

👉 Meine Naturheilpraxis vor Ort habe ich 2022 hinter mir gelassen. Echte Heilung und Begleitung braucht Zeit und Ressourcen - viele Frauen haben jahrelang Beschwerden. Diese Beschwerden lassen sich nicht in einem einzelnen Termin abhandeln. Deshalb sind meine Begleitungen kombiniert mit einem längeren Coaching, um so das bestmögliche Ziel zu erreichen. Hier findest du meine aktuellen Angebote zum Thema Darmprobleme & Mikrobiomanalyse. 

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Über die Autorin

Ivonne Adams ist Heilpraktikerin und Homöopathin mit Schwerpunkt auf Darm- und Frauengesundheit ab 40. Ihre eigene Hashimoto-Diagnose als junge Erwachsene war zunächst ganz ihr persönlicher Weg – eine Zeit, in der vieles unklar blieb und sie selbst erst lernen musste, ihren Körper wieder zu verstehen.

Genau diese eigene Erfahrung hat sie zur Homöopathie und schließlich in den Gesundheitsbereich geführt. Heute verbindet sie in ihrer Arbeit ganzheitliches Wissen zu Darm, Ernährung und Hormonen mit der Erfahrung, die man nur durch den eigenen Weg gewinnt – und begleitet Frauen dabei, die Zusammenhänge hinter ihren Beschwerden zu verstehen, statt nur Symptome zu behandeln.

Weitere Infos kannst du im Bereich "Über mich" nachlesen.

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