Was ist eine SIBO oder Dünndarmfehlbesiedlung?
Ivonne Adams, Zuletzt aktualisiert am: 20.12.2025
⏱️ Lesedauer: ca. 7 Minuten
SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth – die Dünndarm-Bakterien-Überwucherung.
Der Dünndarm ist normalerweise eher keimarm. Bei einer SIBO haben sich jedoch viel zu viele Bakterien an einer Stelle angesiedelt, wo sie eigentlich nicht in dieser Menge hingehören. Sie beginnen dann, unsere Nahrungsmittel – vor allem Kohlenhydrate – schon im Dünndarm zu vergären (fermentieren).
Die Folge: Starke Gasbildung, die sich in den typischen Beschwerden bemerkbar macht. Es ist ein Ungleichgewicht im Zusammenspiel der Systeme, das genauer betrachtet werden muss.
Symptome und Beschwerden bei SIBO
Die Symptome einer SIBO sind oft nicht sofort eindeutig, aber sehr belastend. Sie entstehen hauptsächlich durch die Gase (Wasserstoff und/oder Methan), die bei der bakteriellen Vergärung entstehen.
- Starke Blähungen (Meteorismus/Flatulenz) und ein praller Blähbauch (Distension), der besonders im Laufe des Tages zunimmt.
- Bauchschmerzen oder krampfartige Beschwerden.
- Veränderter Stuhlgang: Von wiederkehrendem Durchfall (Diarrhö) bis hin zu hartnäckiger Verstopfung (besonders bei Methan-dominanter SIBO/IMO).
- Unspezifische Zeichen: Übelkeit, Sodbrennen (Reflux) und oft auch ein Gefühl von Erschöpfung.
Wenn du merkst, dass dein Bauch schon am Morgen ruhig ist, die Beschwerden aber kurz nach dem Essen und dann stetig zunehmen, kann das ein wichtiges Anzeichen sein.
Beschwerden bei Reizdarm vs. Beschwerden bei SIBO
Viele Frauen mit Reizdarm-Diagnose spüren, dass mehr dahintersteckt. Hier liegt oft der Haken: Denn die Symptome von Reizdarm (RDS) und SIBO ähneln sich stark.
Es geht meist nie nur um eine Sache. Wenn dein Darm auf Maßnahmen nicht anspricht, schauen wir ursächlich weiter: Oft liegt die Ursache dort, wo wir sie nicht vermuten, nämlich in der Funktion des Dünndarms.
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Ursachen einer SIBO
Damit es zur Überwucherung kommt, müssen die natürlichen Schutzmechanismen deines Körpers versagt haben. Dein Körper zeigt dir einen Weg – lass uns gemeinsam hinschauen, woher die Balance abhandengekommen ist.
Die Hauptgründe für eine SIBO:
- Gestörte Selbstreinigung: Dein Dünndarm besitzt einen „Putzmechanismus“ (den Migrating Motor Complex, MMC), der Bakterien Richtung Dickdarm schiebt. Wenn dieser verlangsamt ist (oft nach Infektionen oder bei Stress), bleiben Bakterien einfach sitzen.
- Zu wenig Magensäure: Magensäure tötet Bakterien ab. Ein Mangel (z. B. durch Medikamente oder Alter) lässt Keime den Weg in den Dünndarm leichter passieren.
- Anatomische Hürden: Narben oder Verengungen (z. B. nach Operationen oder Divertikel) können den Nahrungsfluss bremsen und so eine Ansammlung fördern.
- Geschwächte Schleimhaut: Die Darm-Haut-Achse und die Schleimhaut-Immunabwehr spielen zusammen. Ist diese geschwächt, können die Bakterien sich leichter ausbreiten.
Die Botschaft: Es ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines Zusammenspiels der Systeme, das wir Step by Step wieder sanft regulieren können.
Diagnose einer Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)
Im Gegensatz zu einem Reizdarm lässt sich SIBO technisch gut nachweisen.
- Der H2/CH4-Atemtest: Du trinkst eine Zuckerlösung (meist Laktulose oder Glukose). Die Bakterien im Dünndarm vergären diesen Zucker. Dabei entstehen die Gase Wasserstoff () und/oder Methan ().
- Was wir messen: Wenn diese Gase früh in deiner Atemluft auftauchen (typischerweise in den ersten 100 Minuten), ist das ein klarer Hinweis auf eine Fehlbesiedlung im Dünndarm.
Warum das so wichtig ist: Wir benötigen eine klare Diagnose, um ursächlich behandeln zu können. Nur so entsteht Klarheit, die dir Selbstbestimmung über deinen Weg zurückgibt.
Weitere Folgen einer Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)
Die SIBO ist mehr als nur ein Blähbauch. Wenn die Bakterien überhandnehmen, entsteht ein echter Konkurrenzkampf um Nährstoffe und es kann zu weiteren Belastungen im Körper kommen.
- Konkurrenz um Nährstoffe: Die Bakterien sind schneller als du. Sie verbrauchen essenzielle Vitamine (besonders das Nervenvitamin und Eisen. Folge: Das Gefühl von Erschöpfung und Mangel kann beginnen.
- Beeinträchtigung des Fettstoffwechsels: Die Bakterien können Gallensäuren aufbrauchen. Gallensäuren sind aber essenziell, um Fette zu verdauen und aufzunehmen. Folge: Die Fette werden nicht richtig verwertet, es kann zu Fettstuhl kommen (Steatorrhö) und dein Körper hat einen Mangel an fettlöslichen Vitaminen ().
- Schädigung des Dünndarms: Die Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte können die empfindliche Dünndarmschleimhaut reizen und schädigen. Dies kann zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand (Leaky Gut) führen, was wiederum dein Immunsystem aktivieren und Unverträglichkeiten oder Hautthemen (Darm-Haut-Achse) begünstigen kann.
Es ist eine Kette von Ereignissen, die zeigt, dass alles im Körper zusammenspielt.
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Behandlung einer SIBO mit Medikamenten
Die schulmedizinische und auch die naturheilkundliche Behandlung zielen in erster Linie darauf ab, die Überwucherung zu reduzieren.
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Standardtherapie (Antibiotikum): Der Standard ist meist ein lokal wirksames Antibiotikum (z. B. Rifaximin), das kaum in den Blutkreislauf gelangt und primär die Bakterien im Dünndarm reduziert.
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Methan-dominante SIBO (IMO): Hier wird oft eine Kombinationstherapie benötigt, da Methan-bildende Mikroorganismen (Methanogene) oft weniger empfindlich sind.
Wichtig: Die reine Reduktion der Bakterien ist nur der erste Schritt. Eine SIBO kommt oft wieder, wenn die ursächlichen Faktoren (z. B. die verlangsamte Motilität) nicht mitbedacht werden.
Alternativere Behandlung einer Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)
In der ganzheitlichen Naturheilkunde begleiten wir den Prozess oft mit pflanzlichen Mitteln, um die Bakterien sanft zu regulieren.
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Pflanzliche antimikrobielle Mittel: Bestimmte Pflanzenextrakte (z. B. aus Oregano, Berberin, Knoblauch) können eine ähnliche Wirkung wie Antibiotika entfalten. Der Vorteil: Sie wirken breiter und können in manchen Fällen besser vertragen werden.
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Ein wichtiger Teil des Puzzles: Es geht nicht nur darum, die Keime zu reduzieren, sondern auch darum, sanft zu regulieren und die Dünndarm-Motilität (den MMC) wieder zu stärken, damit die Selbstreinigung des Darms funktioniert.
Ernährung bei SIBO
Die Ernährung ist ein entscheidender Hebel, um die Beschwerden schnell zu lindern und die Therapie zu unterstützen.
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Der Hintergrund: Die Bakterien leben von dem, was du isst – vor allem von bestimmten Kohlenhydraten.
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Ernährung als Unterstützung: Konzepte wie die Low-FODMAP-Diät oder die SIBO-Spezialdiät (SCD/GAPS-abgeleitet) reduzieren gezielt die fermentierbaren Kohlenhydrate (FODMAPs). Dadurch „hungern“ wir die Bakterien aus und die Gasbildung nimmt ab.
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Achtung: Dies ist keine Dauerlösung und auch nicht die pauschale Lösung. Ziel ist es, in der akuten Phase Erleichterung zu schaffen und dann Step by Step wieder aufzubauen, um Mangel und eine zu restriktive Haltung zu vermeiden.
Weitergehende Unterstützung einer Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)
Wir wissen: Es geht nie nur um eine Sache. Eine nachhaltige Begleitung geht über die Keimreduktion hinaus.
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Stärkung des MMC: Unterstützen des Selbstreinigungsmechanismus, oft durch spezielle Präparate (Prokinetika), die die Motilität fördern.
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Magensäure und Enzyme: Wiederherstellung der ersten Verteidigungslinie durch sanfte Unterstützung der Magensäure- und Enzymproduktion.
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Heilung der Schleimhaut: Gezielte Nährstoffe, um die geschädigte Dünndarmschleimhaut zu unterstützen und die Durchlässigkeit zu normalisieren.
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Stressmanagement: Dein Darm reagiert oft früher, als du denkst. Die innere Haltung und ein gutes Stressmanagement sind oft der wichtigste Schritt, um die Motilität nachhaltig zu stärken.
Manchmal zeigt dir dein Körper eine tiefere Blockade. Wenn du spürst, dass du Klarheit und eine ursächliche Begleitung möchtest, um diesen komplexen Weg zu verstehen, melde dich einfach bei mir. Wir schauen dann gemeinsam, wie dein Weg zurück in die Balance darf beginnen.
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Über Ivonne Adams
Ivonne ist seit über 12 Jahren Heilpraktikerin. Sie begleitet Frauen auf ihrer Reise zu mehr Gesundheit, Energie und innerem Gleichgewicht. Sie ist überzeugt: Heilung beginnt dort, wo wir wieder in Verbindung mit unserem Körper kommen – und bereit sind, die wahren Ursachen zu verstehen.
Für sie ist Gesundheit kein Ziel, sondern ein Weg. Und dieser Weg darf individuell und ganzheitlich sein. Denn alles gehört zusammen: Darm, Hormone, Psyche, Ernährung, Bewegung, Emotionen... wie ein Puzzle, das sich Stück für Stück zusammensetzt.
Neben ihrer Praxisarbeit unterstützt sie auch andere Heilpraktikerinnen und ganzheitliche Therapeut:innen dabei, online sichtbar zu werden – ohne sich dafür ständig auf Instagram zeigen zu müssen.
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